Schwerin — nördliches Gesicht von Florenz

Einer der Metaphernamen von Schwerin ist Nordflorenz. Den Namen erhielt die Stadt im 16. Jahrhundert, während hier, wie auch in der Heimat der Renaissance, das intellektuelle Leben sprudelte. Diese zwei Städte lassen sich auch durch ihre Atmosphäre vergleichen: In beiden Fällen kann man die Harmonie der Natur mit künstlichen Bauten schätzen.

Der historische Kern der Stadt ist Schweriner Schloss, das auf der Stelle einer Anfang des 11. Jahrhunderts zerstörten slawischen Befestigung auf der Insel zwischen dem Schweriner See und dem Burgsee gebaut wurde. Die nach ihren Ausmaßen zweitgrößte Sehenswürdigkeit ist die Schweriner Backsteinkathedrale, die als eine der wichtigsten Wallfahrtskathedralen im Nordosten des Heiligen Römischen Reiches galt.

Schwerin ist jedoch nicht nur für Kenner der Baukunst und Anhänger der Spaziergänge durch enge mittelalterliche Sträßchen attraktiv. Hier wird eines der größten Theaterfestivals Deutschlands – Schlossfestspiele, zu welchen Dutzende von Gruppen aus Europa und Amerika jährlich kommen und ihre Meisterschaft einen Monat lang darstellen, durchgeführt. Die Liebhaber der Flussausflüge wollen zum Maifestival der Ausflugsschiffe und die Kenner der Volksgewerbe zum Keramikjahrmarkt im Juni kommen. Es gibt hier auch eigene Variante des Oktoberfestes, das im Mai durchgeführt wird und Bierbörse heißt, wo man eine Menge von Biersorten aus der ganzen Welt in einem Biergarten kosten kann, von welchen wie üblich mindestens eine halbe Tausend vorgestellt wird,.

Was wäre zu kosten?

Unter den Biersorten ist der Aufmerksamkeit die örtliche Sorte Schweriner besonders würdig, in dessen Geschmack, wie die professionellen Verkoster beschreiben, das Aroma des angebrannten Brotes spürbar ist.

Schweriner Schloss

Das Schloss der Schweriner Herzöge sieht sehr imposant aus, deswegen wird es manchmal mit dem Namen „Schweriner Neuschwanstein“ betitelt. Die prachtvolle Residenz wurde Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Schlossinsel nach dem Projekt des Architekten Demmler gebaut. Das ist ein fünfeckiges Gebäude, in dessen Antlitz die Züge von der Renaissance, Gotik und dem Barock mit Türmchen, die Demmler bei der französischen Schoss Chambord abgeguckt hatte, vereint.

Ein bemerkenswertes Detail der Fassade ist das Reiterstandbild von Nicklot — einem Vorfahren der Mecklenburger Herzöge. Die Säle im Schloss sind mit Stuckverzierungen, Holzschnitzerei und eingelegtem Parkett ausgeschmückt. Der interessanteste Raum ist der Thronsaal mit Marmorsäulen.

Heutzutage führt im Schloss seine Sitzungen der Landtag durch, aber ein wesentliches Anteil der Räume, darunter auch die Galerie mit Porträten der Herzöge und der Saal mit der Porzellansammlung, ist in ein Museum umgewandelt und deswegen für Besichtigung zugänglich.

Dom St. Marien und St. Johann

Der Lutherische Dom ist die einzig erhaltene mittelalterliche Kirche Schwerins und eines der größten Muster der Backsteingotik in der Baltikumregion. Im 12. Jahrhundert wurde der Dom zur Wallfahrtskirche, nachdem Graf Heinrich von Schwerin den aus Jerusalem gebrachten in spezielle Kapsel eingeschlossenen Blutstropfen Christi hierher übergeben hatte. Später erschien hier noch eine heilige Reliquie – der Dorn aus der Dornkrone Christi.

Der Dom wurde mehrmals umgebaut, aber die mittelalterlichen Malereien in der Kapelle des Querschiffs blieben bis jetzt erhalten. Die bedeutsamsten Gegenstände der Interieure sind der mittelalterliche Altar mit Figuren von Christi, Gottesmutter und St. Johann, das Triumphkreuz aus der Gottesmutterkirche in Wismar, das Taufbecken sowie die Orgel aus dem Jahr 1871, die größte aus den Schaffenswerken von Friedrich Ladegast. Im Dom gibt es auch Grabsteine von vier Bischöfen, Herzog Christopher und seiner Frau.

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